Wasser von oben, Wasser von unten, Wasser von der Seite. Wien liegt grau in grau – was mich ja an und für sich nicht stören würde, dieser Stadt steht grau gut. Aber diese Nässe. Muss das sein? Hochwasser, Hitzewelle, und jetzt? ich weiß, diese leidigen Diskussionen über das wetter und seine Kapriolen nerven, aber was soll man / frau tun?
“Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung” – ich kanns nicht mehr hören.
Das Wetter will spinnen? Gut. Nachdem der Sprühregen dich ja so oder so erwischt, mache ich es ihm leicht und schließe den Schirm. Egal, werde ich halt nass. ich werde mir nicht diue Laune vermiesen lassen und suche mir dann eben die netten Kleinigkeiten heraus.
ich mag die angelaufenen Scheiben der alten Wiener Straßenbahnen. die gesichter dahinter sind verschwommen, man erkennt nur Umrisse. von drinnen sieht man die vorbeiziehenden Straßen und Gebäude wie durch einen Schleier. Das ist schön.
Begleitend habe ich meine weißen Stöpsel im Ohr, zu denen ich mich ja schon geoutet habe. Klavierkonzerte. Auch schön. Passend. Ich will das Nörgeln neben mir nicht hören, natürlich auch über das Wetter. Es reicht schon wenn ich selbst dazu neige, ich möchte lieber meinen Gedanken nachhängen als wieder in diesen Teufelskreis hineinzugeraten – sich über etwas zu ärgern, dass ich ja so oder so nicht ändern kann.
Bei meiner Station steige ich aus, mit der leisen Hoffnung, dass der Regen schon nachlässt. Fehlanzeige.
Was könnte zum Erheben meiner Stimmung noch dienlich sein? Ich weiß – Kaffee. Den konnte ich bei der Hitze der vergangenen Woche eh nicht richtig genießen.
Als ich mich weiter auf den Weg mache, hüpft ein kleines Mädchen vor mir begeistert von einer Lacke in die Nächste. Ich muss lächeln. Eigentlich ist Regen doch was nettes.
wirklich schön! Da gefällt mir der Regen gleich viel besser..