Aufschrauben.
Wasser rein.
Kaffeepulver in den Trichter – genau dosiert, nur ja nicht zu wenig.
Oberteil auf die Kanne setzen, zudrehen.
Herd an.
Kanne drauf.
Warten.
Bis es leise brodelt und der Duft verrät, dass der Mokka fertig ist. .
Die langsame, feierliche Zeremonie, die nicht nur in Italien jeden Tag einläutet, gerät in Gefahr.
..so beginnt der Artikel der heutigen Sonntagspresse.
Wer kennt es nicht? Man sitzt am Frühstückstisch, und es beginnt zu zischen – was ist das? Oh verdammt, ich hab den Kaffee vergessen. Die Kanne auf der Herdplatte wehrt sich entschieden, überhört zu werden. Kaffeegeruch strömt durch die Zimmer und verbreitet das Gefühl des aufkommenden Tages. Es ist ein Ritual, man gewöhnt sich daran. Es gab Zeiten, wo es jeden meiner Tage begonnen hat. Und dann kam etwas Neues. Eine Kaffeemaschine. Noch dazu eine, deren Werbetrommel, so laut ist, dass nicht mal George Clooney und Gott sich ihr entziehen können.
Jetzt stand in Gesellschaft von meinen Toaster und dem Wasserkocher auch eine glänzende All-inclusive-Maschine besagten Anbieters. Alles wurde ganz einfach : Kapsel rein, Knopf drücken, Kaffee fertig – der Beginn einer neuen Kaffeekultur?
Ja es ist schon schneller, und ja ich verwende es gern im stressigen Alltag, und ja ich mag auch den Kaffee. Aber muss das schon zum, wie in der Presse gesagt, Aussterben einer “Kultur” führen? Das neue Generationen von Kaffeegenießern diesen Vorgang nicht mehr kennen werden? Das die Kanne aus den Regalen verschwindet und man sie nur noch bei den Sammlern und “Gestrigen” findet?
Ich hoffe nicht. Denn Sonntags, wenn ich den Tisch richte und die Fenster zum Lüften aufreiße, dann höre ich im Hintergrund immer noch das leise Brodeln meines “Moka Express” und genieße den Duft von frischem Kaffee, der meinen Tag beginnt..

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