In Zeiten von iPod und Co ist das Bild der “weiße Stöpsel im Ohr tragen” und “riesen Kopfhörer dominieren mein Outfit” aus dem öffentlichen Raum kaum noch wegzudenken. Schon morgens in der U-bahn auf dem Weg zur Uni sieht man sie, und mit etwas Pech darf man auch gleich mithören. oh wie ich das mag – müde, schwere Tasche tragend, eventuell nochmal einen text überfliegen für den ersten Kurs und dann : BoomBoomNtzNtz..Techno Gekrache aus dem mini iPod vom Typ neben mir. Unzuordbares Musikgemisch dringt mir in die Ohren und nervt. Warum muss ich mir das auch anhören? Warum so laut? Muss er die Welt komplett überschallen und nur dieses komische Gedöns hören?
Komplett überschallen – ist es das? Den Alltag durch Musik ausblenden? Nicht hören, was die Menschen um dich murmeln und schimpfen, was durch Lautsprecher der Wiener Linien zu vermitteln versucht wird, was man einfach alles nicht hören möchte. Von dem Standpunkt her eigentlich gar nicht mehr so verwerflich, von dem Musikgeschmack des Typen mal abgesehen. Ich ertappe mich selbst auch immer öfter, nicht mehr ohne iPod aus dem Haus zu gehen, obwohl ich sonst kein Anhänger des apple iMperiums bin. Aber es ist einfach verlockend, nicht mehr alles hören zu müssen bzw selbst zu bestimmen ab wann man wieder zuhören möchte. Oder wenn man die kleinen Stecker (ja ich gehöre zur “weißer stöpsel”-Gruppe) einfach nur im Ohr behält um den Eindruck zu erwecken, nicht zuzuhören und es trotzdem tut. Auch das tue ich öfter.
Aber meistens liege ich genau dazwischen. Ich höre Musik, von der ich finde, dass sie zu dem passt, was ich gerade mache. Beim Lernen – Klavierkonzerte oder Éric Satie von Amarcord Wien, beim Lesen – kommt aufs Buch an, beim Straßenbahnfahren – meistens A life A song A cigarette, beim Spazieren durch Wien – momentan Stars.. und beim Mail an einen Professor? – naja, das wäre zu indiskret..
Doch nie so laut, dass ich nicht hören könnte, was um mich herum vorgeht – und wenn ich manchmal die Musik meines Sitznachbarn hören muss.
Das Gemisch macht es aus, es begleitet dich durch den Tag. Es ist ein ganz persönlicher “Soundtrack” – auch wenn ich keine Freundin, von eingedeutschten englischen Wörtern bin, aber in diesem Fall trifft es einfach auf den Punkt und Tonspur gefällt mir irgendwie nicht.
Zeit also um eine neue Kategorie anzulegen, es gibt schon vieles hier – aber noch keine Musik. Dieses Lied von einer meiner erklärten Lieblingsbands, hat heute meinen tag bestimmt. Es regnet wie aus Eimern, Wien liegt Grau in Grau, die Sonne zeigt sich nicht, aber irgendwie ist es schön – auch wenn es nicht immer gleich erkennbar ist.