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Die ewige Stadt Teil II

Abends über den Petersplatz bei Vollmond, seine Glocken läuten uns in den Schlaf.

Petersplatz bei Nacht

Petersplatz bei Nacht

„Je mehr wir sehen desto mehr müssen wir hinzudenken können. Je mehr wir denken, desto mehr müssen wir sehen glauben.“

G.E. Lessing

die ewige Stadt Teil I

Wenn man so eine Existenz ansieht, die zweitausend Jahre und darüber alt ist, durch den Wechsel der Zeiten so mannigfaltig und vom Grund aus verändert, und doch noch derselbe Boden, derselbe Berg, ja oft dieselbe Säule und Mauer, und im Volke noch die Spuren des lateinischen Charakters, so wird man ein Mitgenosse der großen Ratschlüsse des Schicksals, und so wird es dem Betrachter von Anfang schwer zu entwickeln, wie Rom auf Rom folgt, und nicht allein das neue auf das alte, sondern die verschiedenen Epochen des alten und neuen selbst aufeinander.

 

Goethe, aus seiner „ltalienischen Reise“, erschienen 1816-17

going to…

Blick zu St.Peter von der Engelsbrücke aus

von mir (c)

Rom.

Eine Reise in die ewige Stadt.

berlin, berlin, berlin

„Die Berliner sind unfreundlich un rücksichtslos, ruppig und rechthaberisch, Berlin ist abstoßend, laut, dreckig und grau, Baustellen und verstopfte Straßen wo man geht und steht – aber mir tun alle Menschen leid, die hier nicht leben können!“

Heute beim frustrierten-weil-schlechtes-Wetter-Bücherkaufen bin ich auf diese Postkarte mit einem Zitat von Anneliese Bödecker gestoßen – und musste doch sehr schmunzeln. Denn im Endeffekt bin ich die letzten Tage durch ganz ähnliche Überlegungen auch zu diesem Schluss gekommen.

Letztes Jahr bewegte mich vor allem der Gedanke, in eine Stadt zu kommen, die eine Geschichte durchlebt hat und in ihr lebt, wie sie für mich als angehende Zeitgeschichtlerin eine besonders wichtige Rolle spielt.

Es ist hier so anders als in Wien. Ich liebe Deutschland, schließlich ist es zu 50% auch meine Heimat. Obwohl Berlin mich mit seinen Menschen faszinierte, fühlte ich mich als Gast. Ein bisschen wie eine Zuschauerin. Stilles Beobachten.

Aber heute? Etwas hat sich verändert.

(c) by http://www.esiweb.org/rumeliobserver/wp-content/uploads/2008/10/berlin-brandenburg-gate.jpg

Going to..

Berlin :) alle Jahre wieder

die nächste Sommeruni Ravensbrück steht kurz bevor, aber zuerst werden wir uns ein paar Tage Zeit nehmen um diese Stadt, die mich immer wieder beeindruckt, noch etwas besser kennen zu lernen.

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Regen, Regen, Regen

Wasser von oben, Wasser von unten, Wasser von der Seite. Wien liegt grau in grau – was mich ja an und für sich nicht stören würde, dieser Stadt steht grau gut. Aber diese Nässe. Muss das sein? Hochwasser, Hitzewelle, und jetzt? ich weiß, diese leidigen Diskussionen über das wetter und seine Kapriolen nerven, aber was soll man / frau tun?

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung“ – ich kanns nicht mehr hören.

Das Wetter will spinnen? Gut. Nachdem der Sprühregen dich ja so oder so erwischt, mache ich es ihm leicht und schließe den Schirm. Egal, werde ich halt nass. ich werde mir nicht diue Laune vermiesen lassen und suche mir dann eben die netten Kleinigkeiten heraus.

ich mag die angelaufenen Scheiben der alten Wiener Straßenbahnen. die gesichter dahinter sind verschwommen, man erkennt nur Umrisse. von drinnen sieht man die vorbeiziehenden Straßen und Gebäude wie durch einen Schleier. Das ist schön.

Begleitend habe ich meine weißen Stöpsel im Ohr, zu denen ich mich ja schon geoutet habe. Klavierkonzerte. Auch schön. Passend. Ich will das Nörgeln neben mir nicht hören, natürlich auch über das Wetter. Es reicht schon wenn ich selbst dazu neige, ich möchte lieber meinen Gedanken nachhängen als wieder in diesen Teufelskreis hineinzugeraten – sich über etwas zu ärgern, dass ich ja so oder so nicht ändern kann.

Bei meiner Station steige ich aus, mit der leisen Hoffnung, dass der Regen schon nachlässt. Fehlanzeige.

Was könnte zum Erheben meiner Stimmung noch dienlich sein? Ich weiß – Kaffee. Den konnte ich bei der Hitze der vergangenen Woche eh nicht richtig genießen.

Als ich mich weiter auf den Weg mache, hüpft ein kleines Mädchen vor mir begeistert von einer Lacke in die Nächste. Ich muss lächeln. Eigentlich ist Regen doch was nettes.

Nachdem ich den 2ten termin nicht wahrnehmen konnte, freute ich mich umso mehr, als das folgende Mail in meinem virtuellen Briefkasten eintraf. Die Wiener Grünen organisieren wieder einen weiteren Freiwilligentag für den jüdischen Friedhof Währing. Obwohl das Washingtoner Abkommen von 2001 endlich eingelöst werden soll, braucht der Friedhof weiter Hilfe.

Aber neben diesem einen Beweggrund ist es eine schöne Möglichkeit ein Stück der Wiener Geschichte kennenzulernen, sich zu erinnern, einen eigenen Zugang zu finden, Menschen zu treffen, zu lernen und nicht zu vergessen, denn Spuren erkennt man hinter jedem Stein.

Hier das Mail für alle Interessierten, ich hoffe es wird auch diesmal ein solcher Erfolg wie die ersten Termine!

Liebe FreundInnen und Freunde der Wiener Grünen!

Sie wundern sich vielleicht, dass Sie schon wieder eine Einladung zu einem Freiwilligentag am Jüdischen Friedhof Währing erhalten. Das hat aber seinen guten Grund:

Aufgrund der großen Erfolge am 1.11.2009 und 13.5.2010 benötigen wir – allen voran Historikerin Tina Walzer – noch einmal unser aller Hilfe. Denn ihr Forschungsprojekt zur Inventarisierung des Friedhofs (sowie fotografische Erfassung) läuft Ende Juni auf Hochtouren.

Daher laden wir zum dritten Freiwilligentag am Sonntag den

13. Juni 2010 zwischen 11 und 17 Uhr ein.

Sie können binnen dieser Zeit helfen, wann immer Sie wollen und Zeit haben. Sollten Sie über Gartengerätschaften wie etwa Scheren, Handschuhe usw. verfügen, so nehmen Sie diese bitte mit. Einige Gartenscheren und –handschuhe werden auch wieder vor Ort verfügbar sein.

Sie haben am Freiwilligentag die einmalige Gelegenheit das kulturhistorisch so interessante Areal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Bei konkreten Fragen zu Gräbern oder dem Friedhof steht Ihnen Tina Walzer selbstverständlich zur Verfügung.

Damit wir einigermaßen wissen, wie viel erfrischende Getränke wir benötigen, bitten wir Sie, sich unter juedischer.friedhof@gruene.at bzw. unter der Telefonnummer (01) 4000-81581 anzumelden.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Marco Schreuder Nikolaus Kunrath
Gemeinderat und Landtagsabgeorgneter Kandidat für den Gemeinderat und Landtag

 

Weitere Infos auch hier :)

Aufschrauben.

Wasser rein.

Kaffeepulver in den Trichter – genau dosiert, nur ja nicht zu wenig.

Oberteil auf die Kanne setzen, zudrehen.

Herd an.

Kanne drauf.

Warten.

Bis es leise brodelt und der Duft verrät, dass der Mokka fertig ist. .

Die langsame, feierliche Zeremonie, die nicht nur in Italien jeden Tag einläutet, gerät in Gefahr.

..so beginnt der Artikel der heutigen Sonntagspresse.

Wer kennt es nicht? Man sitzt am Frühstückstisch, und es beginnt zu zischen – was ist das? Oh verdammt, ich hab den Kaffee vergessen. Die Kanne auf der Herdplatte wehrt sich entschieden, überhört zu werden. Kaffeegeruch strömt durch die Zimmer und verbreitet das Gefühl des aufkommenden Tages. Es ist ein Ritual, man gewöhnt sich daran. Es gab Zeiten, wo es jeden meiner Tage begonnen hat. Und dann kam etwas Neues. Eine Kaffeemaschine. Noch dazu eine, deren Werbetrommel, so laut ist, dass nicht mal George Clooney und Gott sich ihr entziehen können.

Jetzt stand in Gesellschaft von meinen Toaster und dem Wasserkocher auch eine glänzende  All-inclusive-Maschine besagten Anbieters. Alles wurde ganz einfach : Kapsel rein, Knopf drücken, Kaffee fertig – der Beginn einer neuen Kaffeekultur?

Ja es ist schon schneller, und ja ich verwende es gern im stressigen Alltag, und ja ich mag auch den Kaffee. Aber muss das schon zum, wie in der Presse gesagt, Aussterben einer „Kultur“ führen?  Das neue Generationen von Kaffeegenießern diesen Vorgang nicht mehr kennen werden? Das die Kanne aus den Regalen verschwindet und man sie nur noch bei den Sammlern und „Gestrigen“ findet?

Ich hoffe nicht. Denn Sonntags, wenn ich den Tisch richte und die Fenster zum Lüften aufreiße, dann höre ich im Hintergrund immer noch das leise Brodeln meines „Moka Express“ und genieße den Duft von frischem Kaffee, der meinen Tag beginnt..

Musik im Ohr

In Zeiten von iPod und Co ist das Bild der „weiße Stöpsel im Ohr tragen“ und „riesen Kopfhörer dominieren mein Outfit“ aus dem öffentlichen Raum kaum noch wegzudenken. Schon morgens in der U-bahn auf dem Weg zur Uni sieht man sie, und mit etwas Pech darf man auch gleich mithören. oh wie ich das mag – müde, schwere Tasche tragend, eventuell nochmal einen text überfliegen für den ersten Kurs und dann : BoomBoomNtzNtz..Techno Gekrache aus dem mini iPod vom Typ neben mir. Unzuordbares Musikgemisch dringt mir in die Ohren und nervt.  Warum muss ich mir das auch anhören? Warum so laut? Muss er die Welt komplett überschallen und nur dieses komische Gedöns hören?

Komplett überschallen – ist es das? Den Alltag durch Musik ausblenden? Nicht hören, was die Menschen um dich murmeln und schimpfen, was durch Lautsprecher der Wiener Linien zu vermitteln versucht wird, was man einfach alles nicht hören möchte. Von dem Standpunkt her eigentlich gar nicht mehr so verwerflich, von dem Musikgeschmack des Typen mal abgesehen. Ich ertappe mich selbst auch immer öfter, nicht mehr ohne iPod aus dem Haus zu gehen, obwohl ich sonst kein Anhänger des apple iMperiums bin. Aber es ist einfach verlockend, nicht mehr alles hören zu müssen bzw selbst zu bestimmen ab wann man wieder zuhören möchte. Oder wenn man die kleinen Stecker (ja ich gehöre zur „weißer stöpsel“-Gruppe) einfach nur im Ohr behält um den Eindruck zu erwecken, nicht zuzuhören und es trotzdem tut. Auch das tue ich öfter.

Aber meistens liege ich genau dazwischen. Ich höre Musik, von der ich finde, dass sie zu dem passt, was ich gerade mache. Beim Lernen – Klavierkonzerte oder Éric Satie von Amarcord Wien, beim Lesen – kommt aufs Buch an, beim Straßenbahnfahren – meistens A life A song A cigarette, beim Spazieren durch Wien – momentan Stars.. und beim Mail an einen Professor?  – naja, das wäre zu indiskret..

Doch nie so laut, dass ich nicht hören könnte, was um mich herum vorgeht – und wenn ich manchmal die Musik meines Sitznachbarn hören muss.

Das Gemisch macht es aus, es begleitet dich durch den Tag. Es ist ein ganz persönlicher „Soundtrack“ – auch wenn ich keine Freundin, von eingedeutschten englischen Wörtern bin, aber in diesem Fall trifft es einfach auf den Punkt und Tonspur gefällt mir irgendwie nicht.

Zeit also um eine neue Kategorie anzulegen, es gibt schon vieles hier – aber noch keine Musik. Dieses Lied von einer meiner erklärten Lieblingsbands, hat heute meinen tag bestimmt. Es regnet wie aus Eimern, Wien liegt Grau in Grau, die Sonne zeigt sich nicht, aber irgendwie ist es schön – auch wenn es nicht immer gleich erkennbar ist.

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